Bei der Abholung sieht natürlich erstmal alles fein aus, "frisch gewaschen und poliert", auch der TÜV neu. Wie immer bei gebrauchten Fahrzeugen nahm ich mir aber nach der Heimfahrt etwas Zeit, die Maschine zu inspizieren - dies erwies sich auch als klug. Dazu besorgte ich mir aus dem Internet eine PDF-Reparaturanleitung. Wer mit Hilfe dieser Seiten selbst an seiner Duc schrauben will, sollte sich diese auch besorgen, ich werde hier nur die wesentlichen und ggf. ergänzenden Hinweise geben.
Folgende Schritte wurden bei der Erstinspektion durchgeführt:
Bei der 20.000er Wartung sind gemäß Plan einige Arbeiten erstmals fällig, darunter Kühlflüssigkeit und Zahnriemen. Hier zeigt sich, dass die Wartungsfreundlichkeit bei der Konstruktion der ST aus dem Ducati-"Baukasten" nicht vorne an stand: An die Ventildeckel kommt man nur vernünftig heran, wenn man den Kühler ausbaut, für die Zahnriemen muss die Batterie heraus usw.
Ausnahme ist nur der Tank, den es sich zwar lohnt, für Arbeiten an den Ventilen abzunehmen, dessen Zerlegung aber unabhängig von anderen Schritten ist:
Ansonsten macht es Sinn, anstehende Arbeiten an den verschiedenen Komponenten gemeinsam im Rahmen der großen Inspektion durchzuziehen:
.. Nach Ducati-Angabe soll die Kraft der Spannrolle mit einer Federwaage gemessen werden, aber diese lässt sich bei eingebautem Motor nicht richtig ansetzen, sodaß auch in Vertragswerkstätten meist nur "nach Gefühl" gespannt wird. Ein US-Schrauber stellte in einem youtube-Video ein anderes Verfahren vor, das seriös aussieht: Zwischen der kleinen Spannrolle und dem Riemen soll ein 5 mm Inbus mit einer Hand gerade noch durch zu ziehen sein, ein 6er-Inbus aber nicht mehr.