Eine Reihe von Punkten sind verbesserungswürdig:
Das OriginalTeil ist eigenartig nach oben gebogen, was offenbar den Windschutz verbessern soll. Das funktioniert aber nur bis etwa 120 km/h. Darüber erzeugt diese Form, abhängig von der Fahrergröße unter oder am Helm, vor allem Wirbel - die viel störender sind als ein gleichmäßiger Luftstrom. Wer wirklich mehr Windschutz bei höheren (Autobahn-) Geschwindigkeiten will, der sollte eine höhere Scheibe montieren, wie sie teils angeboten werden.
Störend an der Originalscheibe finde ich aber vor allem die schwule Form - die sonst elegante Linie von Verkleidung über Tank zum Heck wird dadurch unterbrochen, das sieht mehr nach Roller als nach Motorrad aus. Wie bei einem Design-bewußten Hersteller wie Ducati so ein Schnitzer durchkommen konnte, ist mir schleierhaft. Bei der ST3 (ersetzt die ST2 ab 2004) wurden dann Scheibe und andere Details (Instrumente, Sitzbank) moderner gestaltet und der Entenbürzel verschwand wieder.
Formell und auch strömungstechnisch günstiger ist die im Zubehör erhältlich 'GP500' Scheibe - diese setzt die Form der Verkleidung in einer Kuppel fort und sieht viel besser aus. Beim Fahren hat man einen geringfügig höheren Winddruck, aber dafür ohne Verwirbelungen - meiner Meinung nach auch hier ein Fortschritt.
Der Ständer ist im Original stets federbelastet, klappt also sofort ein, wenn er nicht durch das Gewicht der Maschine belastet wird. Das wurde in Tests zurecht kritisiert, viele ST-Fahrer haben unfreiwillige Umfaller erzeugt, als sie nach dem Absteigen die Maschine nach links kippen liessen, während der Ständer wieder eingeklappt war.
Hintergrund für das Einklappen sind Vorschriften von TÜV u.ä., da es wohl immer wieder zu Unfällen kam, weil ein Seitenständer vergessen wurde einzuklappen, der dann in der ersten Linkskurve aufsetzte. Die "Könisglösung", einen Schalter einzubauen, der bei vergessenem Ständer und Einlegen eines Ganges die Zündung unterbricht, war Ducati offenbar zu teuer.
Ab Modelljahr 2000 wurde dann dieser Schalter eingebaut, aber nur als Lampe, nicht mit Zündunterbrechung - von Drittherstellern wurden dann Kabel (mit Diodenschaltung) angeboten, die diese Funktion nachliefern. Da kann man sich nur die Haare raufen.
Bei meinem 1997er Modell entschloss ich mich, da der Schalter fehlt, auf die Zündunterbrechung zu verzichten, und den Seitenständer so zu ändern, dass er nicht von selbst einklappt. Das geht ganz einfach: Man muss nur den Bolzen, der auch als Drehachse dient, hinten um 10 mm kürzen - es sieht fast so aus, als wenn die Konstruktion für diesen Umbau gemacht ist. Den Ständer einzuklappen, habe ich bisher nie vergessen - bei mir setzt er auch beim Aufsitzen meist schon leicht auf, sodass man ihn kaum vergessen kann. TÜV-gerecht ist diese Lösung freilich nicht, hier sollte man wieder eine Originalachse einsetzen, oder den Seitenständer ganz abbauen; dazu sind nur zwei Inbusschrauben zu lösen.
Schon bei der Monster, damals neu gekauft, hatte ich mich geärgert, wie schnell die gelblich verzinkten Originalschrauben angelaufen waren: Es entsteht dann kein brauner Rost, sondern eine mattgraue Oberfläche, die sich fleckig von dem gelbglänzenden Metall absetzt. Auch bei der ST2 sahen fast alle Schrauben so aus, auch an der Verkleidung und Anbauteilen. Rostfreie Schrauben sind ja nun wirklich kein Hexenwerk, wie alle andere Motorradhersteller zeigen. Übrigens laufen auch jene Schrauben an, die dem Wetter überhaupt nicht ausgesetzt sind, z.B. an den Ventildeckeln unterm Tank - am Salz im harten deutschen Winter kann es also nicht liegen.
Meine Erklärung für diese miese Qualität sind weniger Kostengründe - denn nichtrostende Schrauben kosten nur ein paar Cent mehr - sondern eine bewußte Politik, die Maschinen nach 2 Jahren sprichwörtlich "alt aussehen" zu lassen, um Anreize für einen Neukauf zu schaffen. Das scheint mir durchaus einer italienischen Macho-Mentalität zu entspringen, die sich auch an anderer Stelle bemerkbar macht, etwa dem Umgang mit Werksfehlern oder dem Verkauf von Spezial-Werkzeugen (die gibts nämlich nicht bei Ducati, sondern nur bei einzelnen Händlern wie Kämna).
Die simple Lösung ist, alle Inbusschrauben durch entsprechende Edelstahl-Varianten zu ersetzen, die man in Packungen ab 25 z.B. bei ebay günstig bekommt. Teils werden auch fertige Schraubensätze angeboten. Theoretisch können Edelstahl-Stahl-Verbindungen auf der unedleren Seite zu mehr Korrosion führen (Stichwort Kontaktkorrosion), aber wenn es zwischen Schraube und Gewinde nicht sehr feucht wird, tritt dieser Effekt nicht auf; Fett hilft zusätzlich.