Ducati M750

Im Jahr 1998 erwarb ich eine (neue) Ducati 750 Monster, die mich nach anfänglichem Cruisen auf immer sportlichere Ausflüge begleitete. Von Köln war es nicht weit zum Nürburgring, und irgendwann sprach mit ein Kawa-Ninja fahrender Nachbar an, ob man nicht einmal eine Runde über die Nordschleife drehen sollte. Damit infizierte er mich zum Rasten-Kratzen … - warum da immer so schnell etwas kratzte, siehe unten.

KW-Schaden

Im Jahr 2000 blieb der Motor in der Nähe von Braunschweig auf einmal stehen .. in der Werkstatt von Stein-Dinse stellte sich heraus, dass die Mutter zur Fixierung des Lichtmaschinen-Rotors auf der Kurbelwelle sich gelöst hatte - also ein Fehler ab Werk! %&§%"!& - Da die Gewährleistung gerade abgelaufen war, versuchte ich es mit einem Kulanzantrag bei Ducati - der aber brüsk abgelehnt wurde, da ich die Maschine nach der ersten Wartung nicht mehr bei einem Vertragshändler inspizieren liess. Ausgewuchteter Rotor
Mehr zu dem Schaden in diesem Thread auf Duc-Forum - Foto der Welle

Es dauerte dann irgendwie .. ein paar Jahre, und einen Abstecher zur ST2, bis die 'Monster' 2011 aus der Versenkung geholt und wieder zum Laufen gebracht wurde. Dazu erwarb ich eine Kurbelwelle mit montierten Pleueln (sodass passende Pleuel und Lagerschalen nicht extra zu beschaffen sind) - und einen Lima-Rotor. Der war nun ausgewuchtet, siehe Foto, die kleinen Bohrungen rechts. Wie ich im Forum erfuhr, war ich nicht allein mit der losen Mutter, und offenbar hatte der Hersteller irgendwann verstanden, dass durch die Unwucht kleine Vibrationen entstanden, welche die Mutter losrütteln können. Die wird zwar mit einer Federscheibe gesichert, dazu Schraubensicherung, und mit 16 kgM (156 NM) sehr fest angezogen - aber offenbar reichte das nicht.

Kurbelgehäuse mit neuer KW und Getriebewellen Der Austausch der Kurbelwelle bedeutet ein fast vollständiges Zerlegen des Motors, weil man letztlich alle Zahnräder und Wellen entfernen und die Gehäusehälften zerlegen muss, um an die Kurbelwelle zu kommen. Es zeigte sich dann, dass eines der großen Kugellager für die KW eine Macke hatte, ein leichtes Haken beim Drehen. Daher wurde ein neues Lager beim Instandsetzer Pig7 - mit Ofen und Hydraulikpresse - eingesetzt. Das reine Zerlegen/Zusammenbauen dauerte dann gut zwei Wochen, nicht fulltime aber mehrere Stunden täglich.
Nach dieser Aktion war dann klar, dass die Duc erst einmal eine Zeitlang gefahren und nicht gleich wieder abgestoßen wird, wie anfangs geplant.

Startschwierigkeiten

Leerlaufdüse mit kristallinem - Kryptonit? Das neu aufgebaute Motorrad sprang zwar an und lief - aber nur mit gezogenem Choke, d.h. auch viel zu fettem Gemisch. Daraufhin wurden die Vergaser wieder abgebaut und gereinigt .. leider nicht gründlich genug, denn das Leerlauf-Problem blieb. Beim zweiten Zerlegen zeigte sich dann eine sehr eigenwillige - und hartnäckige - Verstopfung der Leerlaufdüsen, offenbar durch Kristallisation einer Substanz in dem Benzin, über die vielen Jahre Standzeit.
Forum-Thread dazu

Gleichlauf

Nun lief die Duc ganz ordentlich, aber auch Ducati-typisch mit einem Konstantfahr-Ruckeln, das in einer Großstadt wie Berlin, wo man bis zur Landstraße stets Dutzende Kilometer durch die Stadt unterwegs ist, etwas nervt. Nach fleißigem Studium der Experten-Hinweise zur Vergasereinstellung hab ich es mal mit einem bewußt simplen Verfahren probiert - und das wegen des guten Ergebnis als "Tip" weitergereicht:
Vergaser einstellen - gegen Ruckeln

Motorteile lackieren

Rahmenhöhe einstellen

 
bikes/ducati_m750.txt · Zuletzt geändert: 17.09.2011 - 17:11 von bvdb
 
 
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